Muss ich bei einem Bewerbungsgespräch immer die Wahrheit sagen?

Es kommt immer wieder vor, dass Mandanten mich fragen, ob sie bei einem anstehenden Bewerbungsgespräch stets die Wahrheit sagen müssen.

Die Mandanten haben nämlich die Angst, dass, wenn sie auf bestimmte Fragen wahrheitsgemäß antworten, sie dann den Job erst gar nicht bekommen.

Die Antwort auf die Frage nach der Wahrheit lautet, wie so oft im deutschen Recht: Es kommt darauf an!

Zwar sind Sie grundsätzlich dazu verpflichtet, im Rahmen eines Bewerbungsgespräches, Ihrem (vielleicht) neuen Chef ordnungsgemäß auf dessen Fragen zu antworten. Es gibt hier jedoch einige Ausnahmen.

Es steht Ihnen nämlich manchmal das sog. Recht zur Lüge zu. Das bedeutet, dass der neue Arbeitgeber in einem Bewerbungsgespräch bestimmte Fragen erst gar nicht stellen darf. Tut er dies dennoch, so müssen Sie ihm in diesem Fall nicht die Wahrheit sagen, sondern dürfen durchaus lügen.

Ein Beispiel hierfür ist die Frage an eine Bewerberin, ob bei ihr eine Schwangerschaft besteht. Im Normalfall geht dies den neuen Chef nichts an! Sagt die Bewerberin auf diese unzulässige Frage dann die Unwahrheit, so darf Sie das! So kann Sie durchaus behaupten, dass sie nicht schwanger sei. Der Chef darf dann später das Arbeitsverhältnis nicht mit der Begründung beenden, dass die Arbeitnehmerin gelogen habe.

Ein weiteres Beispiel für eine unzulässige Frage ist, wenn Sie der neue Chef im Bewerbungsgespräch fragt, ob Sie in der Gewerkschaft sind. Auch hier dürfen Sie eine falsche Antwort geben. Denn auch diese Frage ist nicht erlaubt.

Wenn allerdings kein Ausnahmefall vorliegt und Sie in einem Bewerbungsgespräch trotzdem lügen, kann das dazu führen, dass der Arbeitsvertrag von Ihrem neuen Chef „angefochten“ werden kann. Das bedeutet, dass Ihr neuer Chef das Arbeitsverhältnis ggfs. für die Zukunft einfach beenden kann!

Falls Sie also Ihrem neuen Chef bestimmte Dinge nicht unbedingt sagen möchten, aber unsicher sind, zu welchen Auskünften Sie verpflichtet sind und zu welchen nicht, oder ob Ihnen vielleicht sogar das „Recht zur Lüge“ zusteht, fragen Sie am besten einen Anwalt für Arbeitsrecht.

Als Rechtsanwalt für Arbeitsrecht stehe ich Ihnen bei Fragen zum Thema Bewerbungsgespräch gerne jederzeit zur Verfügung.

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