Wie läuft ein gerichtliches Verfahren im Arbeitsrecht ab?

Regelmäßig fragen mich Mandanten, die gerade eine Kündigung erhalten haben, mit welchen Mitteln Sie sich gegen die Kündigung zur Wehr setzen können. Eine Möglichkeit sich gegen die Kündigung zur Wehr zu setzen ist die Kündigungsschutzklage. Die Kündigungsschutzklage führt zu einem Kündigungsschutzprozess.

Die Mandanten interessiert dann natürlich, wie eigentlich so ein Kündigungsschutzprozess abläuft. Nachfolgend möchte ich Ihnen anhand eines konkreten Beispiels einen möglichen Ablauf eines Kündigungsschutzprozess zeigen:

Herr Müller arbeitet seit 10 Jahren bei einer Firma und verdient dort 3.000 € brutto. Plötzlich bekommt er eine Kündigung von seinem Chef auf den Tisch gelegt. Herr Müller ärgert sich zunächst darüber, behält aber zum Glück einen kühlen Kopf und beschließt, schnell zu einem Rechtsanwalt für Arbeitsrecht zu gehen.

Der Rechtsanwalt für Arbeitsrecht teilt ihm zunächst mit, dass Herr Müller es richtig gemacht hat, als er sich entschieden hatte, schnell zu handeln. Denn für die Erhebung einer Kündigungsschutzklage hat er grundsätzlich nur 3 Wochen ab Erhalt der Kündigung Zeit.

Der Rechtsanwalt prüft die Kündigung inhaltlich und, ob das Kündigungsschutzgesetz im Fall von Herrn Müller Anwendung findet und erklärt ihm dann die Erfolgsaussichten. Herr Müller entscheidet sich für eine Klage.

Der Rechtsanwalt schreibt dann eine sog. Klagschrift und legt die Klage innerhalb der 3-Wochenfrist beim zuständigen Arbeitsgericht ein.

Kurze Zeit später erhalten die Beteiligten, also Herr Müller und sein Chef, Post vom Gericht mit einer Ladung zu einem Gerichtstermin. Bei diesem Termin handelt es sich um einen sog. Gütetermin, das bedeutet, es wird in so einem Termin geschaut, ob sich die Parteien des Rechtsstreits, also Herr Müller und sein Chef, einigen können.

In dem Gütetermin von Herrn Müller treffen sich die Beteiligten und die Anwälte schaffen es, dass sich die Parteien tatsächlich einigen.

Der Arbeitgeber bietet Herrn Müller eine Abfindung von 15.000 € an. Da Herr Müller gar keine Lust mehr hat, noch in seinem alten Job weiter zu arbeiten und schon einen neuen Job in Aussicht hat, wird zwischen Herrn Müller und seinem Chef ein sog. gerichtlicher Vergleich geschlossen. Ein gerichtlicher Vergleich bedeutet eine gerichtliche Einigung.

In dem Vergleich steht dann etwa die Abfindung von 15.000 €, das Beendigungsdatum des Arbeitsverhältnisses und dass Herr Müller ein gutes Zeugnis von seinem Chef bekommen soll.

Damit ist der Kündigungsschutzprozess für Herrn Müller beendet. Er bekommt die 15.000 € von seinem ehemaligen Chef ausbezahlt und dazu noch ein gutes Zeugnis.

Dies war lediglich ein Beispiel, wie ein gerichtlicher Kündigungsschutzprozess tatsächlich ablaufen kann. In der Praxis müssen natürlich immer die Besonderheiten des Einzelfalles berücksichtigt werden. Daher ist es anzuraten, sich rechtzeitig von einem Experten für Arbeitsrecht beraten zu lassen.

Wenn Sie Fragen rund um das Thema Kündigungsschutzprozess haben, stehe ich Ihnen als auf das Arbeitsrecht spezialisierter Rechtsanwalt gerne zur Verfügung.

+ Mehr über RA Ingmar Gerd Seume
+ Nehmen Sie Kontakt auf



zurück zur Startseite →




Sie benötigen Hilfe?

Gerade im Arbeitsrecht ist oft Eile geboten. In der Regel sind Fristen zu beachten, bei deren Versäumnis gewünschte Ergebnisse nicht mehr zu erzielen sind. Zögern Sie daher nicht und melden Sie sich sofort! Sie erreichen uns telefonisch unter:

Tel.  040 - 78 80 18 30

Sie erreichen uns montags bis freitags
von 8 - 20 Uhr! Samstags gibt es einen
Notdienst von 8 -– 12 Uhr!

Oder nutzen Sie unser Soforthilfe-Formular.

Soforthilfe →

Hindernisse und Schwierigkeiten sind Stufen, auf denen wir in die Höhe steigen.
Friedrich Nietzsche


Aufsätze zu speziellen Themen




Sie benötigen anwaltliche Hilfe? Rufen Sie mich an: 040 - 78 80 18 30

Sie erreichen uns montags bis freitags von 8 - 20 Uhr! Samstags gibt es einen Notdienst von 8 -– 12 Uhr!




    Nach oben